Elektrische Krankenwagen im medizinischen Transport

Elektrofahrzeugen für den medizinischen Transport: elektro-Krankenwagen umweltfreundliche Fahrzeuge im Einklang mit Nachhaltigkeit

Die Einführung von Elektrofahrzeugen in die Welt des medizinischen Transports hat inzwischen in mehreren Ländern stattgefunden, auch wenn bei den Endverbrauchern diesbezüglich noch einige Zweifel bestehen. Normativ sind die europäischen Organisationen noch nicht alle auf einer Linie und bei Spezialfahrzeugen gibt es noch keine klaren Regelungen, wie aus der Norm EN:1789 hervorgeht. Tatsächlich gibt es im Text keine Hinweise auf elektrische Krankenwagen, obwohl es bereits in mehreren europäischen Ländern Vorort-Vorführungen gegeben hat.

Dabei handelt es sich um kompaktere und nachhaltigere Fahrzeuge, aber mit höheren Anschaffungskosten. Möglicherweise ist diese Art von Krankenwagen nicht für alle Dienste geeignet, z. B. könnten dringende Notfalleinsätze (118) ausgeschlossen werden. Bei Langstreckentransporten müssen dagegen viele Aspekte beachtet werden. Zunächst einmal das Timing eines Dienstes, das sich zwangsläufig ändert, wenn ein E-Fahrzeug zum Einsatz kommt. Der elektrische Krankenwagen erfordert außerdem das Aufladen der Batterien, eine Aktion, die die Fahrzeit verlängern kann. Darüber hinaus muss das Personal mit den entsprechenden für die Art des durchzuführenden Transports erforderlichen Kenntnissen starten. Die Benutzer müssen den Standort der Ladestationen klar vor Augen haben, um unerwartete Ereignisse zu vermeiden. Insbesondere der Rettungsfahrer sollte bezüglich seiner Fahrweise einige Dinge berücksichtigen. Die Ladedauer von Elektrofahrzeugen variiert je nach Straßenzustand und Fahrzeugtyp und vor allem der Geschwindigkeit. Kurz gesagt, es ist notwendig, neue Gewohnheiten anzunehmen und das eigene Wissen basierend auf Ad- hoc-Praktiken umzusetzen.

Sehen wir uns einige inner- und außereuropäische Fälle von elektrischen Krankenwagen an.

Elektrische Krankenwagen im medizinischen Transport: das Beispiel NHS

Der britische Gesundheitsdienst (NHS) hat eine neue Flotte von Elektrofahrzeugen auf die Straße gebracht, die den Bereich psychische Gesundheit unterstützen sollen. Die Rede ist von 21 emissionsfreien IV-Krankenwagen. Der NHS hatte bereits 2021 ein auf die Anschaffung von vollelektrischen Fahrzeugen abzielendes Projekt. Der Gedanke dahinter war ein ökologisch nachhaltiger Plan, der mehr als 100 Arbeitsplätze schaffen sollte. Die Fahrzeuge, in die die Verwaltung investiert hat, sind leicht und nutzerfreundlich für Ehrenamtliche und Sanitäter und mit fortschrittlicher Technologie ausgestattet. Die Einführung von umweltfreundlichen Krankenwagen trägt dazu bei, das von der britischen Regierung gesetzte Ziel zu erreichen: Ab 2040 werden im britischen Gesundheitsdienst (NHS) nur noch emissionsfreie Fahrzeuge im Einsatz sein.

Elektrische Krankenwagen im medizinischen Transport: das Beispiel Profile

Auch Profile Vehicles engagiert sich mit seiner elektrischen Version eines Fahrzeugs für den Patiententransport für den Kampf gegen Umweltverschmutzung. Ab Frühling 2022 ist eAdvanz in mehreren europäischen Ländern auf Demo-Tour: Holland, Dänemark, Österreich, die Schweiz, Schweden, Finnland und Estland waren einige der wichtigsten Stationen. Das Fahrzeug eAdvanz war sofort erfolgreich und die Produktion wurde bereits aktiviert. Tatsächlich wurde der erste Krankenwagen von Profile Vehicles bereits in Schweden an Samariten Ambulans AB verkauft.

Das angeboten Fahrzeug hat eine Reichweite von ca. 300 km (deklariert). Bei Bedarf kann die Option „Schnellladung“ genutzt werden, dank der das Fahrzeug in nur 15 Minuten wieder eine Reichweite von 100 km erzielt.

Worte eines Rettungsfahrers

Simone Filippini, verantwortlich für den Fuhrpark des Roten Kreuzes Treviglio (Bergamo, Italien), erläutert der Redaktion von „The Ems Blog“ seine Meinung über Elektrofahrzeuge für den Rettungseinsatz.

„Meiner Meinung nach ist der Einsatz von elektrischen Krankenwagen ideal für sekundäre Transfers, aber nicht für den notgebundenen Rettungsdienst. Man darf nicht vergessen, dass sich die angegebenen Reichweiten auf eine nahezu konstante Nutzung in Bezug auf die Geschwindigkeit beziehen.“ Die Schwierigkeit, elektrische Krankenwagen in den 118-Dienst einzuführen, wird durch die Sorge der Rettungskräfte bestätigt, dass diese im Stressfall nicht leistungsstark sind. Simone hingegen findet „die Nutzung eines Elektrofahrzeugs für Sekundärdiensteistungen ideal, wo die Entfernung in km bereits im Voraus bekannt ist und vor allem die Zeit zum Aufladen des Fahrzeugs zur Verfügung steht, da es sich um vorab geplante Dienste handelt.“

Entsorgung elektrischer Komponenten

Laut einer im International Journal of Thermofluids, veröffentlichten Studie wird es im Jahr 2030 weltweit 125 Millionen Elektrofahrzeuge geben. Bezüglich der Emissionen lassen diese Zahlen einen Hoffnungsschimmer aufglimmen. Die Möglichkeit, die Umweltverschmutzung durch den Einzug neuer Technologien in das Leben von immer mehr Menschen zu bekämpfen, gewinnt an Realität. Die Frage ist jedoch: Sind wir für die Entsorgung und das anschließende Recycling von Elektroteilen gerüstet? Einige Studien berichten, dass bis heute nur 5 % des Lithiums zurückgewonnen werden. Die Gefahr einer schädlichen Abfallansammlung ist real. Damit diese nachhaltige Wende konkret wird, ist bezüglich der Entsorgungstechnologien noch ein weiterer Schritt erforderlich. Wenn wir beim Recycling ins Hintertreffen geraten, waren alle bisherigen Bemühungen und Investitionen umsonst.

Die vorgeschlagenen sind nur einige der vielen Beispiele von Unternehmen, die einen Schritt hin zur Elektro-Energie gemacht haben und ihre Hand in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft ausgestreckt haben.