Verletzungen bei Rettungskräften und ihre Prävention
Im medizinischen Rettungsdienst gilt die Aufmerksamkeit zu Recht in erster Linie dem Patienten. Hinter jedem Einsatz stehen jedoch Fachkräfte, die täglich mit hoher körperlicher Belastung, ungünstigen Körperhaltungen und komplexen Einsatzsituationen konfrontiert sind – oft auf engem Raum und unter Zeitdruck. Es ist daher kein Zufall, dass der Rettungsdienst zu den Tätigkeiten mit einem besonders hohen Risiko von Verletzungen zählt, insbesondere im Bereich des Muskel- und Skelettsystems.
Über Ergonomie im Rettungsdienst zu sprechen bedeutet folglich, über Prävention, Sicherheit und Arbeitsqualität zu sprechen – mit einem klaren Ziel: den Schutz derjenigen, die Leben retten.
Die häufigsten Verletzungen im Rettungsdienst

Fachliteratur und Dokumente der Gesundheitsdienste sind sich in einem Punkt einig: Die häufigsten Verletzungen im Rettungsdienst stehen im Zusammenhang mit körperlicher Belastung und der Patiententransportation.
Nach Angaben des Gesundheitsdienstes der Region Emilia-Romagna zählen zu den wichtigsten arbeitsbedingten Risiken für medizinisches Personal:
- Rückenschmerzen sowie Erkrankungen der Lenden- und Wirbelsäule;
- Verstauchungen und Muskelzerrungen;
- biomechanische Überlastungen der oberen und unteren Extremitäten, die unmittelbar mit der manuellen Patientenbewegung und dem Einsatz nicht ausreichend ergonomischer Ausrüstung zusammenhängen.
Hinzu kommen:
- Stürze und Ausrutscher, insbesondere beim Be- und Entladen der Trage oder in nicht kontrollierten Umgebungen;
- Verletzungen infolge von Verkehrsunfällen, an denen das Rettungsfahrzeug und die Besatzung beteiligt sind;
- unbeabsichtigte Expositionen (scharfe Gegenstände, biologische Flüssigkeiten), die zwar weniger direkt mit Ergonomie zusammenhängen, jedoch ebenfalls einen relevanten Bestandteil des Risikoprofils von Rettungskräften darstellen.
Die italienische Unfallversicherung INAIL weist in ihren Veröffentlichungen zu arbeitsbedingten Muskel-Skelett-Erkrankungen darauf hin, dass Tätigkeiten mit Hebevorgängen, Ziehen und erzwungenen Körperhaltungen zu den Hauptursachen für Arbeitsausfälle und eine reduzierte Einsatzfähigkeit zählen.
Wie lassen sich Verletzungen im Rettungsdienst vermeiden?

Prävention basiert auf einer Kombination mehrerer Faktoren:
- Ausbildung der Einsatzkräfte;
- Arbeitsorganisation;
- ergonomische Gestaltung der Ausrüstung;
- Einhaltung einschlägiger technischer Normen.
Insbesondere im außerklinischen Rettungsdienst spielt die Ergonomie der Transportausrüstung eine zentrale Rolle. Die Reduzierung der körperlichen Belastung beim Be- und Entladen sowie bei der Bewegung der Trage bedeutet eine unmittelbare Verringerung des Risikos von Muskel- und Skeletterkrankungen.
Die Normenreihe EN 1865

Neben den allgemeinen Vorschriften zur Arbeitssicherheit existieren europäische technische Normen, die speziell auf die Erhöhung der Sicherheit für Einsatzkräfte ausgerichtet sind. Eine zentrale Referenz stellt die europäische Normenreihe EN 1865 dar, die die Sicherheits- und Ergonomieanforderungen für Krankentragen und deren Tragensysteme regelt.
Innerhalb dieser Reihe ist die EN 1865-5 speziell den Tragenlagerungen gewidmet, also jenen Systemen, die direkten Einfluss auf das Be- und Entladen haben. Insbesondere Annex B ist unmittelbar mit dem Thema Ergonomie verknüpft: Er definiert Bewegungsprüfungen und legt die maximal zulässigen Kräfte fest, die vom Bediener manuell aufgebracht werden dürfen, um die Tragenlagerung seitlich sowie vor- und zurückzubewegen. Ziel ist es, die menschliche Belastung auf Werte zu begrenzen, die mit der physischen Sicherheit des Bedieners vereinbar sind, unter Berücksichtigung der realen Einsatzbedingungen im Rettungsfahrzeug.
Zur Normenreihe EN 1865 gehört außerdem die EN 1865-2, die sich elektrischen Krankentragen widmet. Diese Norm definiert die Sicherheits- und Leistungsanforderungen an motorisierte Hebesysteme, mit besonderem Fokus auf Bewegungssteuerung, Laststabilität und die Reduzierung manueller Eingriffe durch den Bediener.
Der Beitrag von Stem: angewandte Ergonomie im Rettungsdienst
Stem entwickelt seit jeher Lösungen, bei denen Sicherheit, Ergonomie und operative Zuverlässigkeit im Mittelpunkt stehen.
Alle Tragenlagerungen von Stem entsprechen der europäischen Norm EN 1865-5 einschließlich Annex B und halten die vorgegebenen Grenzwerte für manuelle Belastungen ein. Ergonomie ist damit kein optionales Merkmal, sondern ein konstruktiv geprüfter Standard, der durch spezifische Tests nachgewiesen wird.
Sherpa und Sherpa Slim zur Eliminierung der körperlichen Belastung beim Ladevorgang

Zur weiteren Reduzierung des Verletzungsrisikos hat Stem Sherpa und Sherpa Slim entwickelt – elektronisch gesteuerte Systeme zum assistierten Be- und Entladen von Krankentragen.
Diese Systeme:
- eliminieren die körperliche Belastung des Bedieners während des Ladevorgangs;
- ermöglichen das Laden von Gewichten bis zu 300 kg, auch bei einer Neigung von 15°;
- sind mit der Mehrheit der auf dem Markt verfügbaren Krankentragen kompatibel.
Ein zentrales Element ist das von Stem patentierte S.U.S.-System (Safe Unload System), das ein Herabfallen der Trage verhindert, falls sich die vorderen Beine beim Entladen nicht öffnen. Dadurch wird das Risiko von Unfällen und Verletzungen für Bediener und Patient erheblich reduziert.
Sicherheit auch bei Unfällen

Ein weiterer, häufig unterschätzter Aspekt betrifft Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Rettungsfahrzeugen. In solchen Situationen können nicht ausreichend befestigte Ausrüstungen sowohl für den Patienten als auch für die Besatzung zur Gefahr werden.
Die europäische Norm EN 1789, die die Anforderungen an Krankenkraftwagen definiert, sieht Crash-Tests mit 10 g vor, um die Festigkeit der Befestigungssysteme von Ausrüstungen bei einer Kollision zu überprüfen.
Alle Produkte von Stem werden mit 10 g getestet und in einigen Fällen zusätzlich mit 20 g, um sicherzustellen, dass Tragen und Tragenlagerungen sich bei einem Aufprall nicht lösen und keine weiteren Schäden verursachen.
Spark, Sicherheit und Stabilität während des Transports

Auch die Krankentrage Spark, konform zur Norm EN 1865-2, folgt diesem Ansatz. Sie ist zudem mit einem Vierpunkt-Befestigungssystem ausgestattet, das Trage und Untergestell zu einer festen Einheit verbindet.
Bei einer Kollision während des Transports im Rettungsfahrzeug bleibt das gesamte System am Fahrzeugboden verankert und erhöht damit die Sicherheit für Patienten und Einsatzkräfte.
Ergonomie bedeutet Schutz

Über Ergonomie im Rettungsdienst zu sprechen bedeutet, die täglichen Risiken für Rettungskräfte messbar zu reduzieren. Normen wie die EN-1865-Reihe und die EN 1789 sowie Lösungen, die nach überprüfbaren ergonomischen Kriterien entwickelt wurden, zeigen, dass Prävention von Verletzungen möglich ist.
Den Schutz derjenigen, die als Erste Hilfe leisten, zu gewährleisten, ist nicht nur eine normative Verpflichtung, sondern eine ethische und operative Verantwortung.
Und bist du sicher, dass die Produkte, mit denen du arbeitest, den geltenden Normen entsprechen und ergonomisch entwickelt wurden, um Verletzungen vorzubeugen?

